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Austern ~ Huîtres



Route de l'huitres Bassin de Talmont

Die westliche Route de l'Huître endet in La Guittière, einem kleinen Fischer-Dorf, nicht einmal 10 min. von der Villa la Bernica entfernt.




In der Bucht Le Payré, eingebettet in die Marais, welche nach der Steilküste
am Ende vom Plage de la Mine beginnen, liegen die Austernfarmen.




huitre huitre bassin

Sie sind bekannt für ihre
ausgezeichneten Austern,
insbesondere für die
  "Fines de Claires". 



Es handelt sich um die Sorte Creuse, ursprünglich pazifische Austern, welche nach ihrer Kultivierung in planktonreichem, den Gezeiten ausgesetztem Flachwasser in Verfeinerungsbecken an Land übergesiedelt werden.



Bezeichnungen wie "Fines de Claires" oder auch "Spéciales de Claires" unterliegen hierbei strengen Richtlinien.




Ihre zusätzliche Veredelung erhalten die Austern in den "Claires", Becken mit Klarwasser, welcher der Selbstreinigung der Auster (Ausstoß von Sand, Schlamm und Algen) dienen.




In La Guittière sind neben jedem der Verkaufsstände der Ostréiculteurs/Austernbauern solche Betonbecken zu finden. Die Austern werden hier mitsamt den Poche/Zuchttaschen eingesetzt und verbleiben bis zu mehreren Wochen unter fließendem Klarwasser in diesen Becken, bevor sie in den Verkauf gelangen.



Es erwartet Sie eine große Auswahl an Austern, anderer Muschelsorten und Krustentieren. Nicht nur die Frische der angebotenen Waren ist überzeugend, auch der Preis ist unschlagbar.




Die Größen der Sorte "Creuse" sind wie folgt deklariert:
"P": Petit (klein)
"M": Moyen (mittel)
"G": Grand (groß)
"TG": Très Grand (sehr groß)

No. Abk. Gewicht
5 P 30-45 g
4 M 46-65 g
3 M 66-85 g
2 G 86-110 g
1 TG 111-150 g
0 TG + 151 g

Die Austern werden normalerweise im Dutzend, aber auch per Stück verkauft. Für eine 'Degustation' vor Ort werden die Austern auch für Sie geöffnet.




Sind weitere Transporte vorgesehen, werden Sie in den Bourriche, speziellen Körben mit Deckel aus dünnen Holzlatten, mit der flachen Seite nach oben eng gestapelt und meist mit Seetang zur Erhaltung der Feuchtigkeit bedeckt. Diese Körbe werden fest verschlossen, um ein sich öffnen der Austern zu verhindern.


In unserem Fall nehmen wir die Beute in Plastiktaschen mit nach Hause. Da die Austern sehr frisch sind, können sie einige Tage gelagert werden. Vorzugsweise in einem kalten Keller, zur Not im Gemüsefach des Kühlschrankes, jedoch sollte man sie nicht schocken, also zu kalt stellen, oder gar ungeöffnet mit Eis versehen. Längere Lagerung ist nicht unmöglich, jedoch trocknen die Austern mehr und mehr aus und klingen dann bei 'Anklopfen hohl'. Lagern Sie sie mit der flachen Seite nach oben, um ein Auslaufen zu verhindern und decken Sie sie mit einem feuchten Tuch ab. Leicht geöffnete Austern, welche sich bei Berührung nicht sofort schließen, sind verdorben.


Die Kunst des Öffnens...


Nicht wirklich eine Kunst, eher eine Herausforderung!

Wichtig hierbei, benutzen Sie unbedingt das Austernmesser, welches zum Inventar gehört, und ein kräftiges Handtuch um die Muschel zu halten. Vorsicht Verletzungsgefahr! Keine anderen Messer verwenden, diese könnten brechen. Aber nicht nur mit dem Messer könnten Sie sich verletzen, auch die Muschelschalen sind sehr scharfkantig, zumal die Austern mit unter plötzlich und unerwartet nachgeben.
Reinigen Sie die Austern zunächst mit einer Bürste unter fließendem Wasser. Nehmen Sie eine Auster in die Hand oder legen Sie sie mit der flachen Seite/Deckel nach oben auf ein Brett. Suchen Sie jetzt den seitlichen Schließmuskel. Hier stechen Sie mit dem Austernmesser hinein und durchbohren diesen.
Leichtes Drehen des Messers lockert den Muskel,bis er schließlich nachgibt. Fahren Sie dann mit dem Messer am Deckel entlang, wobei Sie das Muschelfleisch von der Schale trennen und nehmen Sie diesen ab. Entfernen Sie sorgsam Splitter und sonstige Unreinheiten.
Das in der Auster befindliche, so genannte "erste Wasser" - vorwiegend Meerwasser - schütten sie weg. Wichtig ist das "zweite Wasser", der Nektar der Auster. Dieser bildet sich nach und nach wieder von selber in den Austernschalen. Das zweite Wasser wirkt optisch leicht milchig und wird zusammen mit dem Muschelfleisch geschlürft.
Trennen Sie nun das Austernfleisch unten von der Muschel, ohne es zu zerstören, aber belassen Sie dieses darin. Fleisch, welches noch am Deckel haftet, können sie abschaben und dazu geben. Traditionell ist dies aber der Lohn des Öffners....
Sollte die Auster nicht nachgeben wollen, können Sie auch versuchen, die Muschelhälften an der Längsseite zu trennen. Hierbei zerbricht allerdings meist die Schale und Sie müssen das Austernfleisch dann gründlich abspülen.

Riechen Sie nach dem Öffnen an der Auster! Sie sollte nach Meer und Seetang riechen, anderenfalls, oder wenn sie ausgetrocknet erscheint, werfen Sie sie weg. Es ist mir allerdings noch nie passiert und wenn doch, wäre es bei den Preisen zu verschmerzen.
Die Präsentation erfolgt auf einem großen Teller mit crushed Eis (Die Maschine befindet im Schrank). Klassischerweise werden die Austern zusammen mit einigen Zitronenschnitzen und/oder einer Schalottenvinaigrette aus Rotweinessig angerichet. Zweifler an der Frische der Ware, versuchen beim Kontakt der Muschel mit der Säure ein Zucken ausfindig zu machen..., in Jard ein wohl eher unnötiges Vorhaben.

Begleitet wird diese Köstlichkeit von frischem Baguette und Butter, vorzugsweise "Beurre de Baratte", da diese auf traditionelle Art "geschlagen" wird. Wählen Sie hier vorzugsweise die Geschmacksrichtung Doux, also nicht salzig.

Ob Champagner wirklich das passende Getränk zur frischen Auster ist, birgt sicherlich Diskussionsstoff für mehrere Stunden, hier jedoch wird der staubtrockene "Gros Plant" aus dem Anbaugebiet um Nantes, welcher ausschließlich die Rebsorte: "Folle Blanche" enthalten darf, bevorzugt. Der Nähe zum Atlantik verdanken diese Weine ihre pikante, säurefrische Note, welche man als "grün" bezeichnen könnte und leicht an Jod und Zitrusfrüchte erinnert. Die Bezeichnung -sur Lie- weist hierbei auf eine besondere Qualität hin, nämlich den Ausbau auf der Hefe, wobei der Wein bis zum 1. März des Folgejahres der Ernte mit der Hefe in Kontakt bleibt. Durch dieses traditionelle Verfahren wird dieser Weißwein noch spritziger, dabei leicht kohlensäurehaltig und insgesamt komplexer. Sein geringer Alkoholgehalt läßt ihn leicht erscheinen.

Der Gros Plant ist kein Lagerwein, er sollte jung getrunken werden. Eine Alternative ist der "Muscadet", Rebsorte: "Melon de Bourgogne". Anbaugebiet ist ebenfalls die Region Nantes, wobei sich das Muscadetgebiet bis in die Vendée erstreckt.
Hier gilt, wie schon beim "Gros Plant", die Qualifizierung "sur Lie". Der Muscadet hat insgesamt weniger Säure und ist eleganter und im Abgang weicher. Auch hier ist von einer Lagerung von mehr als 3 Jahren eher abzuraten.





Eine Tour nach La Guittière inkl. kleiner Wanderung, Einkauf der Austern und Degustation vor Ort, oder aber zusammen mit einer Weinprobe in der Villa, kann gerne organisiert werden.