Abgesehen von den eher kindgerechten Anlagen, welche Sie unter: Museen Kids finden, gibt es einige beachtliche Ausstellungen und Denkmäler.
Leider liegen gerade die beiden Wichtigsten der Vendée nicht gerade um die Ecke. Dennoch sind Sie eine Reise wert.
Das Museum Logis de la Chabotterie in St. Sulpice le Verdon, zwischen La Roche Sur Yon und Nantes gelegen, befindet sich
in einem typischen Herrenhaus des Bas-Poitou aus dem 18. Jh., dessen Grundmauern einer ehemaligen Wasserburg entstammen und welches später im Stil der Renaissance wiederaufgebaut wurde.
Die Chabotterie ist benannt nach seinen Eigentümern aus dem 12. Jh., den Chabots. Das Anwesen wurde 1991 vom Departement der Vendée erworben und bis 1993 vollständig
restauriert. Die Inneneinrichtung des Hauses wurde rekonstruiert und zeigt das Leben zur Zeit von Charette.
Jedes Zimmer widmet sich einem anderen Thema. Echtes Feuer in den Kaminen und audiophile Unterstützung bis hin zum Knarren der Dachbalken machen die Illusion perfekt. Einen ersten virtuellen
Eindruck können Sie hier erleben. Führungen gibt es nicht, sodass man sich frei durch das Haus bewegen kann. Auf Wunsch
wird aber eine Audio-Führung per mp3-Player angeboten, welche dann ganz nach Wunsch gestoppt oder auch wiederholt werden kann.
Am Ende des Rundgangs erwartet Sie eine Filmpräsentation von France3, welche Ihnen, zwar auf französisch, aber dennoch beeindruckend, die Geschichte des Vendée-Krieges
und das Schicksal des Royalisten-Anführers François Athanase de Charette de la Contrie, kurz "Charette" in Form eines 10 minütigen Kurzfilms erläutert.
Dessen Gefangennahme am 23. März 1796 in den nahen Wäldern, den Refuge des Gralas, bedeutete das Ende des Aufstandes der Vendée. Siehe hierzu auch:
Wikipedia/Aufstand der Vendée.
Eine Besichtigung der Gartenanlage mit den nach historischen Plänen angelegeten Beeten bietet sich an. Voneinander getrennt erwarten Sie der Blumengarten mit alten Sorten, ein Nutzgarten mit
Gemüsen und Aromaten, sowie alte Rosenzüchtungen. Ein Teil des ehemaligen Burggrabens schließt das Gelände ab und gibt den Blick auf den 'Pfad von Charette' frei, wo ein
steinernes Kreuz an seine Gefangennahme und spätere Hinrichtung in Nantes erinnert.
Wer möchte, kann jetzt noch eine Art von Labyrinth besuchen und in die Zeit der Revolution und Gegenrevolution eintauchen. Animierte lebensgroße Puppen, als Teilnehmer des Krieges
beider Seiten, den Vendéetreuen katholischen Royalisten und jenen der republikanischen Revolutionstruppen, erzählen, zwar leider wieder nur auf französisch, ihre Geschichte.
Ein abschließender Diavortrag erläutert die Strategien und zeigt die Geographische Lage der Kriegsschauplätze. Dieser Rundgang läuft vollautomatisch ab und dauert ca. 20 Min.
Ein krönender Abschluß könnte ein Besuch des im Vorhof der Chabotterie befindlichen Sterne Restaurants Thierry Drapeau sein.
Das Mémorial de la Vendée in Les Lucs-sur-Boulogne unweit der Chabotterie
(8 km) und neben dem neuen Museum: Historial de la Vendée gelegen, erinnert in eindrücklicher Weise an die Toten des Massakers von Lucs, den Gefallenen der Vendée-Kriege und allen
Opfern des Totalismus.
Die Gedenkstätte, die nicht nur von Aussen einem Mahnmal gleicht, wurde am 25. September 1993 von Aleksandr Solzhenitsyn eingeweiht. Nach seiner bewegenden Ansprache, die neuerdings am
Eingang des Geländes per Videopräsentation nachvollzogen werden kann, hat er eine Öllampe entzündet, die seither hinter den schweren Türen des Monuments den Eingang erleuchtet.
Zum Gedenken der von den Revolutionstruppen, den 'Colonnes infernales', am 28. Februar 1794 niedergemetzelten Soldaten, Frauen und Kindern (darunter rund einhundert unter 7 Jahren)
wurden im Inneren des an einen Bunker erinnernden Bauwerks Stelen (Grabsäulen) errichtet.
Auch am Ortseingang von Lucs erinnern solche Beton-Stelen an das Massaker. Dieser Gedanke wurde später
in Berlin erneut aufgegriffen. Neben den Stelen-Feldern werden Kunstwerke, Kriegsmaterial und Schriftstücke, welche den Befehl dieses Massakers belegen, präsentiert.
Der Chemin 'de la mémoire' führt nach den Eindrücken dieses bedrohlich wirkenden Betonbunkers über eine Brücke durch ein Wäldchen den Hügel hinauf zur
Kapelle Notre-Dame des Martyrs du Petit-Luc. Erbaut 1867 auf den Überresten der von den Revolutionstruppen zerstörten Kirche, wo allen Opfern, darunter auch jenen, die in der Kirche
Schutz suchten und von der herabstürzenden Glocke erschlagen wurden, marmorne Gedenktafeln errichtet wurden.
Der Leitspruch des Historial de la Vendée: ”Changez d'avis sur les musées - Ändern Sie Ihre Meinung über Museen”
wird bereits von Aussen sichtbar. Perfekt in die Landschaft eingebettet und mit begrünten Dächern versehen, ist dieses in 2006 eröffnete Museeum tatsächlich anders.
Auf über 3000 m² wird die Geschichte der Vendée von der Urzeit bis in die Gegenwart gezeigt. Gegliedert in acht Abschnitte und von einer Zeittafel begleitet, wird der Besucher
durch die Epochen geführt.
Besonders zu beachten ist das Jahrtausend des Mittelalters, wo kleine
Fachwerkhäuser und eine Kirche nachgebildet wurden und jener des Vendéekrieges gewidmete Raum, wo Revolution und Gegenrevolution verdeutlicht werden.
Temporäre Sonderausstellungen und der spezielle Bereich ”Museeum für Kinder” komplettieren die Anlage.
Für einen Besuch sollten Sie mindestens 2 Stunden ansetzen. Direkt gegenüber liegt das Mémorial de la Vendée, dessen Besichtigung Sie nicht
versäumen sollten.
Das städtische Museum Museée de l'Abbaye Sainte-Croix untergebracht in einer ehemaligen Abtei aus dem 17.Jh.,
zeigt neben den ständigen Einzel-Ausstellungen der Künstler Gaston Chaissac und Victor Brauner
eine Sammelausstellung zur modernen Kunst mit Werken von Albert Marquet - welcher in Sables gelebt hat -, Alberto Magnelli, Marcelle Cahn, Jean Hélion, Jean Dubuffet, Philip Guston...
Diese wird ergänzt durch zeitgenössische Werke von Georg Baselitz, Robert Combas, Peter Saul, Jean-Michel Sanejouand, Philippe Hurteau, Philippe Hortala, Marc Desgrandchamps,
Philippe Cognée...
Weiterhin wird eine beachtliche Sammlung von Graphiken gezeigt, welche eine Synthese der Stilrichtungen der modernen und zeitgenössischen Kunst mit der Ethnografie bilden.
Die letzte Abteilung widmet sich der Geschichte von Les Sables, dem Hafen mit Konservenfabriken, dem mondänen Seebad mit 2km Sandstrand, der Zuganbindung in 1866 bis zur heutigen Zeit.